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Spielwiese für Nachdenkliche:
Nachgefragt ... Nachgehakt ...

Ausführliches zu Spielwiese für Nachdenkliche

"Wittgenstein", Anthony Kenny, S.15: „Der größere Teil des (Tractatus logicus philosophicus) beschäftigt sich mit der Sprache und ihrer Beziehung zur Welt, Wittgensteins lebenslangem Hauptproblem. Im Mittelpunkt steht berühmte Abbildtheorie der Bedeutung. Nach ihr besteht die Sprache aus Sätzen, die die Welt abbilden. Sätze sind der wahrnehmbare Ausdruck von Gedanken und Gedanken sind logische Bilder von Tatsachen (TLP3.5,4,4.001)."


Meinung


Die Abbildtheorie der Bedeutung geht von Tatsachen aus. Mit dem Begriff "Sprachspiel" führt Wittgenstein eine neue Sichtweise ein. Wenn ein Spiel das regelbasierte Handhaben von an sich bedeutungslosen Gegenständen ist, ergibt sich eine Loslösung von Bedeutung von den Tatsachen. Ein Begriff erhält seine Bedeutung innerhalb eines Regelsystems und einer dieser Regeln ist der verweisende Charakter auf die Realität. Wird diese Regel mißachtet, handelt es sich jedoch immer noch um einen Begriff - für den die Regel gilt, dass er ein Fantasiebegriff ist - etwa der Begriff "Einhorn" oder der Begriff "Fee".
Die traditionelle Sicht auf Begriffe definiert diese durch Merkmale (Begriffsinhalt) und deren verschiedenen Zusammenfassungen (Begriffsumfang). Je mehr Merkmale ein Begriff besitzt, desto weniger abstrakt ist er. Ein Begriff ist also eine Zusammenfassung von Merkmalen.
Eine solche Auffassung von Begriffen kann sich sogar auf die Deutsche Industrienorm (DIN 55350 bzw. DIN EN ISO 9000:2005 Abs. 3.5.1 ) berufen. Sie definiert die Merkmale von „Merkmal“. Die philosophische Reflexion dieser Auffassung geht bis auf Aristoteles zurück.
Von außen betrachtet ignoriert diese Definition von Begriffsinhalten schlicht den regelbasierten Gebrauch, durch die sinnleere Bezeichner zu Informationsträgern werden. Um ein Beispiel zu wiederholen: ein Stück Holz wird in dem Augenblick zu einer Figur des Schachspiels, in dem die Spieler sich über dessen Gebrauch einig sind. Informationsträger sind somit zunächst sinnleere Bezeichner, denen durch Regeln (des Sprachspiels) Bedeutungen zugeordnet sind. Anders als beim Schachspiel sind die Regeln für Informationsträger innerhalb des Sprachspiels kontextsensitiv, d.h. Informationsträger können in einem Kontext als verweisend (denotativ) und in einem anderen Kontext als erzählend (konnotativ) eingesetzt werden.
Semantischer Gebrauch